Wieder eine faszinierende Show bei KultArt

„GlasBlasSingQuintett! Was mag denn das wohl sein? Musik machen auf leeren Flaschen? Ach, da werden wir dieses Jahr wohl mal nicht zu KultArt gehen.“ Ja nun – es gibt fatale Fehlentscheidungen im Leben! Wer nicht da war, hat einen echten Knaller verpasst. Allerdings hätte es für mehr Gäste auch gar keinen Platz gegeben, denn wie gewohnt war die Aula in der Heinz-Barth-Schule am letzten Oktobersamstag bis auf den letzten Platz ausverkauft.

Das bestens gelaunte Publikum
hatte sich vorher schon ein bisschen mit der ausgezeichnet sortierten Weinauswahl beschäftigt und die ein weiteres Mal originell-kreative Dekoration der Aula bewundert, als KultArt-Vorsitzender Dr. Hans Bittighofer in seiner Begrüßung ein völlig neuartiges Kunsterlebnis ankündigte: das GlasBlasSingQuintett. Unterstützt von perfekter Ton- und punktgenauer Lichttechnik zeigten sich die fünf Jungs aus Berlin – später outeten sie sich als gebürtige Nordharzer – auf der Bühne, ausgestattet mit Batterien von Flaschen jeder Größe.
Schon mit ihrem ersten Titel – quasi dem Logo von GBSQ – erzeugten sie Verblüffung und Begeisterung. Man konnte es kaum fassen, wie man allein mit dem Blasen in Flaschen mit unterschiedlichem Füllungsstand ein so präzises und mitreißendes Klangerlebnis schaffen konnte.

Schon im ersten Teil des Abends brannten sie ein musikalisches Feuerwerk ab, bei dem sowohl Mozart, Beethoven, die Beatles oder auch die Wise Guys zu Ehren kamen. Weil sich die Flaschenbläser bald auch als hervorragende Sänger erwiesen und rhythmisch-pfiffige Eigenkompositionen zum Besten gaben, trat die Flaschenmusik phasenweise sogar etwas in den Hintergrund und diente nur als Begleitung der herzerfrischenden Songs. Selbstgeschriebene Texte mit hintergründigem Humor gewürzt strapazierten die Lachmuskeln der Zuhörer, und als die wohldosierte Moderation, gespickt mit herrlicher Situationskomik, und kleine, nie übertriebene Slapstickelemente den musikalischen Genuss noch steigerten, kannte der Jubel im Publikum kein Halten mehr.

In der Pause konnte man dann etwas durchatmen, noch ein Gläschen Wein nachschenken lassen und von den kleinen Köstlichkeiten naschen, die die kulinarische Abteilung von KultArt vorbereitet hatte.

War das Vergnügen noch zu steigern? In der Tat, im zweiten Teil gelang das den fünf coolen Boys scheinbar ohne Mühe. Sie spielten auf der Klaviatur der verschiedensten Musikgenres und entlockten ihren Flaschen Töne, von denen man manchmal meinte, es liefen im Playback echte Instrumente mit. Beeindruckend war vor allem, dass die Texte, die Musikauswahl, die Überraschungsmomente nie ins Triviale abglitten, sondern von höchstem Esprit der Protagonisten zeugten. Die umwerfende Lockerheit, mit der sie sich selbst bei technischen Höchstschwierigkeiten präsentierten, bewies ihre absolute Professionalität. Selbst die zwei oder drei Aktionen, bei denen das Publikum miteinbezogen wurde, bewegten sich nicht auf dem biederen Niveau des Mitklatschens, sondern zeugten auch von Originalität und Feinfühligkeit, was von den Gästen mit großem Engagement honoriert wurde. Kein Wunder, dass die Vollprofis für über 100 Konzerte jährlich in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland gebucht sind. Auch im Programm mehrerer TV-Sender hatten sie bereits ihre Auftritte.

Viel zu schnell kam die Ansage des Abschlusssongs, was aber zu verschmerzen war, denn der donnernde Beifall aus dem Publikum provozierte dann doch noch einige Zugaben, die ein überwältigendes Konzerterlebnis abrundeten.

Weitaus die meisten Gäste nutzten dann noch die durch die Zeitumstellung geschenkte Stunde und genossen den restlichen Abend in vollen Zügen, denn das Küchenteam hatte nach der Veranstaltung noch weitere kulinarische Höhepunkte zu bieten, was dann auch kräftigen Zuspruch fand. Besonders die raffinierten selbstgemachten Pralinen und anderes süßes Naschwerk kamen als Dessert besonders gut an – die „Süße Ecke“ war nach kurzer Zeit total geräumt.

Die Künstler mischten sich nach ihrem Auftritt zwanglos ins Publikum und lernten dabei auch das Niveau der KultArt-Verpflegung in vollem Umfang kennen. Offensichtlich hinterließ dieser Abend auch bei ihnen einen nachhaltigen Eindruck, denn schon am nächsten Tag konnte man auf der GBSQ-Homepage lobende Worte über die KultArt-Veranstaltung in Grünwettersbach einschließlich der wohlschmeckenden Rahmenbedingungen lesen.

In seinen Dankesworten verriet Dr. Bittighofer, dass die KultArt-Organisatoren schon das nächste Jahr in Planung und dafür einen stark nachgefragten und wohlbekannten Gast aus dem Schwäbischen an der Angel haben. Man kann sich also schon auf ein weiteres Highlight im Oktober 2012 freuen.
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